Der 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, ist eigentlich ein guter Tag, um Humanismus, Aufklärung und Demokratie zu vertreten… dachten wir. Deshalb waren von 10:00 Uhr bis ca. 18:30 Uhr auf der Königsstraße Stuttgart an unserem „Stammplatz“ vor dem Kaufhaus Wittwer vertreten, machten auf Themen der gbs aufmerksam und standen Passanten Rede und Antwort.

Weltanschauliche Themen

Im Laufe des Tages führten wir wie immer mehr oder weniger fruchtbare  Gespräche mit Menschen aus unterschiedlichen Verhältnissen; die dieses Mal allerdings deutlich weniger aus dem christlich- oder muslimisch-fundamentalistischen Spektrum stammten. Dafür hatten wir zur Abwechslung einen distinguierten älteren Herren, der ideologisch verfestigt mit der Bhagavad Gita (Brahamismus / Hinduismus) argumentierte. Zwar eine neue Variante eines Gottes, aber trotzdem anstrengend – religiöses Denken kommt in allen Farben und Formen.
Ansonsten ein schreiender Jesus-Jünger hinter uns (auf den Fotos nicht zu sehen), der wirklich nervte. – Brian, wo bist Du, wenn man Dich braucht? Jesus kam nicht, niemand wurde erlöst und ob das Gebet für die Polizei was gebracht hat, sei dahingestellt – na ja, es gab keinen größeren Aufruhr: nach religiöser Logik muss das was bedeuten.

Abbildung: „Friedensdemonstration“ auf dem Schlossplatz (Foto: W. Koch)

 Eine „Friedensdemo“

Gleichzeitig – und von unabhängig von uns – fand eine sogenannte „Friedensdemonstration“ am südlichen Ende des Schlossplatzes statt.  Eine lose zusammengewürftelte Menge von Leuten unterschiedlichster Überzeugungen: Gewerkschaften, Parteien (Linke, BSW, DKP), Friedenbündnisse, aber auch Organisationen sehr zweifelhafter Herkunft: die üblichen Pali-Schreier waren vertreten, aber auch Linksradikale und Verteidiger des aktuellen islamistischen Regimes Iran. Aus demokratischer Perspektive schmerzhaft tolerierbar, auch wenn man nicht zwingend die Haltung einzelner oder der von Gruppierungen teilt und sich ob der Naivität und Uninformiertheit Einzelner immer wieder wundern muss.
Man muss sich aber doch kritisch fragen, weshalb legitime Organisationen und Gruppierungen wie Gewerkschaften oder auch Einzelpersonen auf einer Demonstration gemeinsam mit Personen und Organisationen auftreten – und sich damit mit ihnen gemein machen –, die für die Verursacher aktueller Krisen demonstrieren: seien es „Russland-Versteher“, die Pro-Palästina-LARPer der islamofaschistischen Hamas oder Proponenten des islamistischen Regimes im Iran. – Alles Fraktionen, die für die rückständigsten und menschenverachtendsten Regimes unserer Zeit stehen, die nicht nur keinen erkennbaren Beitrag zum Fortschritt der Menschheit leisten, sondern sogar aktiv dagegen arbeiten, und die den weitesten Abstand zu demokratischer Teilhabe definieren.

Abbildung: Reiterstaffel der Polizei, die zur Beruhigung einer kritischen Lage positioniert wurde. (Foto: W. Koch)

Zwischenzeitlich kam es zu einer kritischen Situation, bei der Teilnehmer der Demonstration eine Rednerin tätlich bedrängten, so dass die Polizei einschreiten musste: was „Linke“ so tun, wenn sie sich selbst nicht „grün“ sind. Die Situation konnte von der Polizei ohne Eskalation beruhigt werden. Details lassen sich dem Polizeibericht oder der Tageszeitung entnehmen (siehe Quellen).

Fazit

Die Feierlichkeiten zum 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit und Tag der Demokratie fielen in der Innenstadt dürftig aus. Man überlässt Veranstaltungen zweifelhafter Provenance und Unterstützungen das Feld. Ein erlebbares Feiern der Errungenschaften und Pflegen demokratischer Narrative fehlen; gerade in aktuell kritischen Weltlage ein großes Manko.
Für uns war es am Ende ein langer anstrengender Tag; meinem Eindruck nach war der Anteil hart ideologisch oder religiös verstrahlter Leute definitiv höher als sonst und der Anteil der echt Interessierten – egal welcher Weltanschauung – deutlich geringer; Letztere waren für den 3. Oktober nicht vor Ort – vielleicht woanders, vielleicht in der Natur…
Dank an die Polizei Stuttgart, die die kritische Situation professionell handhabte und mein Mitleid an sie, dass sie den schönen Tag dem Beruf opfern mussten.
Sebastian Schöning
Stuttgart, 8. Oktober 2026

Quellen

Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI-Systemen recherchiert und korrigiert, aber nicht geschrieben.

Änderungshistorie

  • 2026-10-17, Artikel veröffentlicht
  • 2026-10-08, Artikel angelegt

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