Auf den Spuren des Bauernaufstandes
Anlässlich des 500. Jahrestages des Bauernaufstands machte sich am 30. November 2025 eine kleine Gruppe unseres Vereins – rund ein Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer – auf den Weg nach Böblingen. Der Himmel zeigte sich dabei ganz im Stil historischer Dramatik: wechselhaft, gelegentlich mit Nachdruck von oben. Sonne, Wolken und gelegentliche Regenschauer lieferten sich ein munteres Gefecht am Himmel, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat.
Bevor wir uns in die Geschichte stürzten, stand zunächst eine andere wichtige Grundlage jeder erfolgreichen Unternehmung auf dem Programm: ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant Thai Rainbow Garden.
Gut gestärkt und in bester Stimmung machten wir uns anschließend auf den Weg zur Stele „Gesichter des Bauernkriegs“ des Bildhauers Peter Lenk. Das Kunstwerk erinnert an den Bauernaufstand von 1525, der im Raum Böblingen eine wichtige Rolle spielte und Spuren hinterließ.
Vor Ort übernahm eines unserer Vereinsmitglieder, Heiner Jestrabek, dankenswerterweise die Rolle des kundigen Chronisten und er schilderte die Ereignisse des Jahres 1525 lebendig. Damals erhoben sich Bauern und Bürger vielerorts gegen Abgaben, Frondienste und die Macht der Obrigkeit. Die berühmten „Zwölf Artikel“ der aufständischen Bauern gelten heute sogar als eine der frühesten formulierten Forderungen nach Freiheits- und Grundrechten in Europa.
Foto von S. Schöning (?)
Die Stele selbst – typisch für Lenk – verbindet Geschichte mit einer guten Portion satirischer Schärfe. Wer genauer hinsieht, entdeckt auf den Figuren nicht nur historische Anspielungen, sondern auch augenzwinkernde Kommentare zur Gegenwart.
Während wir diese Details erkundeten, begann der Himmel allerdings, sich stärker in die Dramaturgie einzubringen. Ein leichter Regen verwandelte unsere Gruppe in eine entschlossene, wenn auch leicht durchnässte Wandertruppe – doch als echte Geschichtsinteressierte ließen wir uns davon nicht aufhalten.
Foto von S. Schöning
Bestens gelaunt erreichten wir schließlich das Bauernkriegsmuseum in Böblingen. Auf mehreren Ebenen bot sich dort ein eindrucksvoller Einblick in Ursachen, Verlauf und Folgen der Erhebung von 1525. Originalexponate, Karten und anschauliche Erklärungen machten deutlich, wie sehr diese Ereignisse die Region geprägt haben und wie sehr sie bis heute nachhallen.
Nach rund eineinhalb Stunden zwischen Geschichte, Kunst und gelegentlichen Regenschauern machten wir uns schließlich wieder auf den Heimweg. Ein kleiner Ausflug, der einmal mehr zeigte: Geschichte lässt sich am besten gemeinsam erleben – selbst wenn das Wetter gelegentlich versucht, eigene Akzente zu setzen. Große Empfehlung auch an andere für einen Besuch des Bauernkriegsmuseums, der Lenk’schen Stele und natürlich der Stadt Böblingen.
Unser besonderer Dank gilt unserem Vereinsmitglied Werner Koch, dessen sorgfältige Vorbereitungen den Ausflug gelingen ließen.