Bildungsplan

Stellungnahme der GBS Stuttgart zum Bildungsplan 2016

JA zu Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt – NEIN zum „christlichen Menschenbild“
als Grundlage des Unterrichts an staatlichen Schulen!

Unsere Stellungnahme zur Bildungsplanreform 2016 betrifft drei Themenkomplexe:

  1. die Leitperspektive Bildung für Toleranz und Vielfalt (BTV), insbesondere das hier angesprochene christliche Menschenbild
  2. Ethik- oder Religionskundeunterricht ab der ersten Schulklasse und
  3. das bislang vernachlässigte Thema Evolution.

 

1. Stellungnahme zur Leitperspektive Bildung für Toleranz und Vielfalt

Wir begrüßen ausdrücklich die Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV). Sie stellt einen wichtigen Eckpfeiler des Bildungsplans dar, um den Herausforderungen der zunehmenden Pluralisierung unserer Gesellschaft in der Schule gerecht zu werden. Bedauerlicherweise wird jedoch im Entwurf der Leitperspektive das christliche Menschenbild als eine Grundlage für die Vermittlung der Werte Toleranz und Akzeptanz genannt:

… Kernanliegen der Leitperspektive ist es, Respekt sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit zu fördern. Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen
Schutz von Ehe und Familie. …

Diese Formulierung ist weder mit dem Grundgesetz vereinbar noch einer Bevölkerung zumutbar, für die eine zunehmende weltanschauliche Vielfalt Realität ist. Auch angesichts des stetig sinkenden Anteils der Christen in der Bevölkerung ist es nicht angebracht, ein christliches Menschenbild in staatlichen Bildungsplänen festzuschreiben. Deutschland hat seit 1919 keine Staatskirche mehr und ist zu weltanschaulich-religiöser Neutralität verpflichtet. Ein christliches Menschenbild für alle Schüler festzuschreiben ist missionarisch und unzulässig. Die Schule hat die Aufgabe, alle Schüler zu integrieren und nicht einzelne zu separieren oder auszuschließen.

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