ProChrist

Evangelikale - Christliche Fundamentalisten (Deutschland, weltweit)

Die Evangelikalen sind nicht mit den "normalen" Evangelischen zu verwechseln, obwohl ihr Verhältnis untereinander in Deutschland mehr und mehr von der Konkurrenz zur Zusammenarbeit übergeht.
Evangelikale, die sich auch Pfingstler, Wiedergeborene etc. nennen, sammeln sich in sogenannten Freikirchen und in privaten Bibelkreisen. Ihre Zahl ist deshalb schwer zu beziffern. Aber man kann von mindestens 3 Millionen ausgehen, Tendenz deutlich steigend. Sie sprechen vor allem junge Menschen an. Überall sind auf den Straßen ihre Info-Stände zu sehen. Wobei sie sich geschickt als gemäßigte Christen tarnen.
Sie finanzieren sich weitgehend aus Spenden. Das Spendenaufkommen scheint groß genug zu sein, um sich eigene Verlage ("Wort und Wissen"), Monatsschriften ("Idea") und sogar TV-Sender (Bibel-TV) zu leisten. Bei letzterem ist der Einfluss aus den USA unverkennbar.
Es sind bei den Evangelikalen viele Differenzierungen zu machen. Aber fast allen ist gemeinsam, dass die Bibel als historisch verbindliches Zeugnis missverstanden wird, als unantastbares Wort Gottes. Jegliche Diskussion über ihren Stellenwert wird kategorisch unterbunden. Darwins Evolutionstheorie ist des Teufels. Vorehelicher Sex ist verpönt. Abtreibung gilt als Mord. Homosexualität sei Sünde. Ja, sie lassen rechtswidrig z.T. ihre Kinder nicht in staatliche Schulen, weil sie dort etwas über Evolution und Sexualkunde erfahren könnten. Evangelikale befürworten in ihren Erziehungsschriften (z.B. "Wie man einen Knaben gewöhnt") die körperliche Züchtigung, weil's irgendwo so im Alten Testament steht. Wir nennen so etwas nicht Erziehung, sondern Dressur.
Sie verhalten sich anderen Religionen gegenüber intolerant und scheuen keine missionarischen Mühen. Sie riskieren dafür sogar in islamischen Ländern ihr Leben.
Vor allem versuchen die Evangelikalen auch in Deutschland flächendeckend Einfluss auf Politik, Bildung und Gesellschaft zu gewinnen. . Deutschlands erste evangelikale MegaChurch, das "Gospel Forum" steht in Stuttgart Feuerbach. Ihre wichtigste überregionale Organisation ist "Pro Christ" mit der Unterabteilung "Jesus House" für junge Menschen. Bundespräsident Christian Wulff gehörte bis zu Beginn seines höchsten Staatsamtes dem Kuratorium von Pro Christ an!

ProChrist 2013 - Christliche Fundamentalisten in Stuttgart

Vom 3. bis 10. März 2013 findet in der Porsche-Arena die Massenevangelisation ProChrist 2013 statt. Dabei wird vor Ort und mittels Satelliten-TV intensiv missioniert.

Was man wissen sollte:

  • ProChrist e. V. organisiert zusammen mit evangelikalen Freikirchen etwa alle zwei bis drei Jahre mehrtägige Großveranstaltungen wie ProChrist oder JesusHouse. Sie werden dabei seit 2002 von den evangelischen Landeskirchen offen unterstützt.
  • Die meisten Evangelikalen nehmen die Aussagen der Bibel wörtlich, verleihen ihr also das Image eines absoluten Wahrheitsanspruchs. Die Bibel bildet ihr Lebensfundament. Man nennt sie deshalb auch „christliche Fundamentalisten“.
  • Nach außen geben sich die Gruppierungen gemäßigt. In den Gemeinden entwickeln sich aus strenger Textgläubigkeit und emotional aufpeitschenden Predigten oftmals extremistische Haltungen. Nächstenliebe wird gepriesen und "Fernstenhass" akzeptiert oder sogar vermittelt (zum Beispiel gegen Andersgläubige oder Homosexuelle). Ebenso werden wissenschaftliche Erkenntnisse (Evolutionstheorie) abgelehnt, weil sie der Schöpfungsgeschichte aus der Bibel widersprechen. Manche Eltern züchtigen ihre Kinder (v.a. Söhne), weil es so in der Bibel steht (siehe www.mission-gottesreich.de...).
  • Natürlich ist nicht jeder Evangelikale ein demokratie-gefährdender Fundamentalist. Aber genauso wie man keine Rechtsradikalen in CDU-Ortsverbänden dulden sollte, sollte von ProChrist ein Ausschluss extremer Gruppierungen und eine entschiedene Distanzierung zu Meinungen, die den Grundrechten entgegenstehen, gefordert werden.
  • Evangelikale sind der offensiven Missionsarbeit verpflichtet. Die Zahl ihrer Anhänger weltweit hat sich von 1970 bis 2010 verdreifacht und liegt heute bei etwa einer halben Milliarden Menschen.
  • Die aktuelle Form der evangelikalen Bewegung stammt aus den USA.
  • Bei ihren Missionierungsveranstaltungen setzen evangelikale Organisationen (ähnlich wie Sekten und Ausrichter von Bierzelt-Spektakeln) psychologische Methoden zur Beeinflussung von Menschenmassen ein. Ganz natürliche, biochemisch begründbare Emotionen werden dabei als "Gegenwart Gottes" verkauft.

Evangelikale - Christliche Fundamentalisten (Deutschland, weltweit)

Inhalt der Sendung:

Die Evangelikalen sind nicht mit den "normalen" Evangelischen zu verwechseln, obwohl ihr Verhältnis untereinander in Deutschland mehr und mehr von der Konkurrenz zur Zusammenarbeit übergeht.
Evangelikale, die sich auch Pfingstler, Wiedergeborene etc. nennen, sammeln sich in sogenannten Freikirchen und in privaten Bibelkreisen. Ihre Zahl ist deshalb schwer zu beziffern. Aber man kann von mindestens 3 Millionen ausgehen, Tendenz deutlich steigend. Sie sprechen vor allem junge Menschen an. Überall sind auf den Straßen ihre Info-Stände zu sehen. Wobei sie sich geschickt als gemäßigte Christen tarnen.
Sie finanzieren sich weitgehend aus Spenden. Das Spendenaufkommen scheint groß genug zu sein, um sich eigene Verlage ("Wort und Wissen"), Monatsschriften ("Idea") und sogar TV-Sender (Bibel-TV) zu leisten. Bei letzterem ist der Einfluss aus den USA unverkennbar.
Es sind bei den Evangelikalen viele Differenzierungen zu machen. Aber fast allen ist gemeinsam, dass die Bibel als historisch verbindliches Zeugnis missverstanden wird, als unantastbares Wort Gottes. Jegliche Diskussion über ihren Stellenwert wird kategorisch unterbunden. Darwins Evolutionstheorie ist des Teufels. Vorehelicher Sex ist verpönt. Abtreibung gilt als Mord. Homosexualität sei Sünde. Ja, sie lassen rechtswidrig z.T. ihre Kinder nicht in staatliche Schulen, weil sie dort etwas über Evolution und Sexualkunde erfahren könnten. Evangelikale befürworten in ihren Erziehungsschriften (z.B. "Wie man einen Knaben gewöhnt") die körperliche Züchtigung, weil's irgendwo so im Alten Testament steht. Wir nennen so etwas nicht Erziehung, sondern Dressur.
Sie verhalten sich anderen Religionen gegenüber intolerant und scheuen keine missionarischen Mühen. Sie riskieren dafür sogar in islamischen Ländern ihr Leben.
Vor allem versuchen die Evangelikalen auch in Deutschland flächendeckend Einfluss auf Politik, Bildung und Gesellschaft zu gewinnen. Deutschlands erste evangelikale MegaChurch, das "Gospel Forum" steht in Stuttgart Feuerbach. Ihre wichtigste überregionale Organisation ist "Pro Christ" mit der Unterabteilung "Jesus House" für junge Menschen. Bundespräsident Christian Wulff gehörte bis zu Beginn seines höchsten Staatsamtes dem Kuratorium von Pro Christ an!

Evangelikale spalten Kirche

Für viele Evangelikale ist die Bibel irrtumslos: eine fundamentalistische Weltanschauung. Im historischen Text finden sie Anleitung, wie man leben sollte - und wie nicht.

Der Theologe und Journalist Uwe Birnstein sagt: "Durch diese Trennung zwischen den wahren Christen und den Taufscheinchristen, den lauen Christen, den Kirchenchristen, durch diese Trennung, die ein Herr Parzany mit "ProChrist" weiter vorantreibt, spalten sie die Kirche."

Das Gegenüber als Missionsobjekt - doch muss das, was man selbst für die absolute Wahrheit hält, auch für Andere gelten? Evangelikaler Missionseifer, sagen die beiden Autoren, Oda Lambrecht und Christian Baars, birgt Sprengstoff für unsere pluralistische Gesellschaft.

Klare Feindbilder: Das Gute kämpft gegen das Böse. Die Kirchen bleiben derweil leer. Ein Drittel weniger Mitglieder bis zum Jahr 2030 - so die Prognose. Die Spitze der evangelischen Kirche setzt deshalb auf ein geschärftes Profil: die Reihen geschlossen, glaubensfest und missionarisch. Vergangene Konflikte mit dogmatischen Evangelikalen haben sich scheinbar aufgelöst in Wohlgefallen.

"Die Evangelikalen (sind) auf der Seite: Wir haben die Wahrheit gepachtet, wir stehen in der Wahrheit und ihr anderen nicht, und ihr habt euch uns gefälligst anzupassen", sagt der Theologe und Journalist Uwe Birnstein. "Mit dieser Einstellung kommt man nach der Erfahrung von 2000 Jahren Kirchengeschichte nicht weiter, sondern endet darin, dass man sich die Schädel blutig haut."

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