Die GBS Stuttgart/Mittlerer Neckar e.V. ist eine Regionalgruppe im Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung.
Sie hat sich zum Ziel gesetzt,
  • ein Gegengewicht zu religiösen, insbesondere fundamentalistischen Organisationen und Bewegungen zu bilden,
  • eine naturalistische Weltanschauung und die Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Gesellschaft zu fördern und
  • für eine Leitkultur der Aufklärung und des Humanismus einzutreten.
Wir sind der Meinung, dass
  • man auch gottlos glücklich sein kann,
  • ein erfülltes Leben keinen Glauben braucht und
  • wir auf Moral getrost verzichten können, solange wir eine Ethik ohne Gott haben.

Interview mit Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der GBS

Im Interview mit der Redaktion Humanismus & Aufklärung der GBS Regionalgruppe Stuttgart/Mittlerer Neckar skizziert Michael Schmidt-Salomon Selbstverständnis, Tätigkeitsfelder und Ziele der Giordano-Bruno-Stiftung. Das Gespräch wurde in der Mai- und Juni-Sendung der Regionalgruppe im FRS (Freies Radio für Stuttgart) ausgestrahlt und kann nun nachgehört werden.

Teil 1/2

Kirchentag 2015 in Stuttgart - Christliche PR-Veranstaltung auf Kosten der Allgemeinheit

Der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 3. bis 7. Juni 2015 in Stuttgart statt.

Wieder einmal entzieht sich der Staat seiner gebotenen weltanschaulichen Neutralität, indem er die Veranstaltung mit 8,6 Mio. Euro bezuschusst.

Bereits in der öffentlichen Sitzung am 24.02.2011 hat der Gemeinderat der Stadt Stuttgart die Förderung des Evangelischen Kirchentags 2015 beschlossen (Gemeinderatsdrucksache 921/2010). Neben einem Zuschuss in Höhe von 2.500.000 EUR werden Sachleistungen und Gebührenbefreiungen in Höhe von maximal 711.000 EUR gewährt. Das Land Baden-Württemberg stellt zusätzlich 5 Mio. und der Bund 400.000 Euro.

Die Aktion 11. Gebot wird während des Kirchentags in Stuttgart die Finanzierungpraxis der Öffentlichkeit bewußt machen.

Christenverfolgung, Mission und Open Doors

Bildhafte Darstellung des Kreuzzugsgedanken: Christus auf dem Weg nach Jerusalem, gefolgt von Rittern. 14.Jh. British Museum

Die Anschlagsserie in Pakistan vom 11. Jan. 2013, die sich gegen muslimische Schiiten richtete und mehr als 100 Tote forderte, zeigt exemplarisch, dass religiöse Gruppierungen und radikale religiöse Minderheiten ebenso wie Ungläubige und Atheisten heute vielerorts von religiös motivierten Auseinandersetzungen betroffen sind, denen die Welt hilflos gegenübersteht. Auch christlicher Missionare.

Die verschiedensten, teilweise radikalen Ausrichtungen des Islam bekämpfen sich gegenseitig, je nach den Machtverhältnissen und der wirtschaftlichen Situationen eines Landes. Ex-Muslime und bekennende Atheisten sind in diesen Ländern noch mehr gefährdet als bekennende Christen.

Das Problem ist die fehlende Religionsfreiheit und Freiheit von der Religion in islamfreundlichen Staaten. Mit falscher Toleranz, Selbstzensur und Einknicken vor radikalen Drohungen verschaffen wir uns in Deutschland keinen Respekt, sondern bieten den Freiraum für die Aktivitäten radikaler Gruppierungen. Die Bundesregierung sollte nicht einseitig die Christenverfolgung in diesen Ländern beklagen, sondern sich für die Umsetzung des Allgemeinen Menschenrechts der Religionsfreiheit einsetzen.

ProChrist 2013 - Christliche Fundamentalisten in Stuttgart

Vom 3. bis 10. März 2013 findet in der Porsche-Arena die Massenevangelisation ProChrist 2013 statt. Dabei wird vor Ort und mittels Satelliten-TV intensiv missioniert.

Was man wissen sollte:

  • ProChrist e. V. organisiert zusammen mit evangelikalen Freikirchen etwa alle zwei bis drei Jahre mehrtägige Großveranstaltungen wie ProChrist oder JesusHouse. Sie werden dabei seit 2002 von den evangelischen Landeskirchen offen unterstützt.
  • Die meisten Evangelikalen nehmen die Aussagen der Bibel wörtlich, verleihen ihr also das Image eines absoluten Wahrheitsanspruchs. Die Bibel bildet ihr Lebensfundament. Man nennt sie deshalb auch „christliche Fundamentalisten“.
  • Nach außen geben sich die Gruppierungen gemäßigt. In den Gemeinden entwickeln sich aus strenger Textgläubigkeit und emotional aufpeitschenden Predigten oftmals extremistische Haltungen. Nächstenliebe wird gepriesen und "Fernstenhass" akzeptiert oder sogar vermittelt (zum Beispiel gegen Andersgläubige oder Homosexuelle). Ebenso werden wissenschaftliche Erkenntnisse (Evolutionstheorie) abgelehnt, weil sie der Schöpfungsgeschichte aus der Bibel widersprechen. Manche Eltern züchtigen ihre Kinder (v.a. Söhne), weil es so in der Bibel steht (siehe www.mission-gottesreich.de...).
  • Natürlich ist nicht jeder Evangelikale ein demokratie-gefährdender Fundamentalist. Aber genauso wie man keine Rechtsradikalen in CDU-Ortsverbänden dulden sollte, sollte von ProChrist ein Ausschluss extremer Gruppierungen und eine entschiedene Distanzierung zu Meinungen, die den Grundrechten entgegenstehen, gefordert werden.
  • Evangelikale sind der offensiven Missionsarbeit verpflichtet. Die Zahl ihrer Anhänger weltweit hat sich von 1970 bis 2010 verdreifacht und liegt heute bei etwa einer halben Milliarden Menschen.
  • Die aktuelle Form der evangelikalen Bewegung stammt aus den USA.
  • Bei ihren Missionierungsveranstaltungen setzen evangelikale Organisationen (ähnlich wie Sekten und Ausrichter von Bierzelt-Spektakeln) psychologische Methoden zur Beeinflussung von Menschenmassen ein. Ganz natürliche, biochemisch begründbare Emotionen werden dabei als "Gegenwart Gottes" verkauft.

Europäische Werte verteidigen

"Wir haben Prinzipien in Europa, die hart erworben wurden und nicht einfach so vom Himmel gefallen sind, sondern nach vielen Kämpfen und vielem Blutvergießen erstritten worden sind. Wenn Europa zutiefst an Recht und Frieden glaubt, dann muss es im Namen des Friedens an diesen Prinzipen festhalten." (Abdelwahab Meddeb)

"Wir dürfen keine Angst vor diesen Leuten haben und wir dürfen uns auch nicht von ihnen einschüchtern lassen. Wir müssen einfach immer weiter machen, sprechen, sprechen und nochmals sprechen, schreiben, schreiben und nochmals schreiben, um damit 'Nein', 'Nein', 'Nein' zu sagen, und zwar um ihnen zu zeigen, dass ein anderer Weg ... möglich ist." (Abdelwahab Meddeb)

Evangelikale spalten Kirche

Für viele Evangelikale ist die Bibel irrtumslos: eine fundamentalistische Weltanschauung. Im historischen Text finden sie Anleitung, wie man leben sollte - und wie nicht.

Der Theologe und Journalist Uwe Birnstein sagt: "Durch diese Trennung zwischen den wahren Christen und den Taufscheinchristen, den lauen Christen, den Kirchenchristen, durch diese Trennung, die ein Herr Parzany mit "ProChrist" weiter vorantreibt, spalten sie die Kirche."

Das Gegenüber als Missionsobjekt - doch muss das, was man selbst für die absolute Wahrheit hält, auch für Andere gelten? Evangelikaler Missionseifer, sagen die beiden Autoren, Oda Lambrecht und Christian Baars, birgt Sprengstoff für unsere pluralistische Gesellschaft.

Klare Feindbilder: Das Gute kämpft gegen das Böse. Die Kirchen bleiben derweil leer. Ein Drittel weniger Mitglieder bis zum Jahr 2030 - so die Prognose. Die Spitze der evangelischen Kirche setzt deshalb auf ein geschärftes Profil: die Reihen geschlossen, glaubensfest und missionarisch. Vergangene Konflikte mit dogmatischen Evangelikalen haben sich scheinbar aufgelöst in Wohlgefallen.

"Die Evangelikalen (sind) auf der Seite: Wir haben die Wahrheit gepachtet, wir stehen in der Wahrheit und ihr anderen nicht, und ihr habt euch uns gefälligst anzupassen", sagt der Theologe und Journalist Uwe Birnstein. "Mit dieser Einstellung kommt man nach der Erfahrung von 2000 Jahren Kirchengeschichte nicht weiter, sondern endet darin, dass man sich die Schädel blutig haut."

Lesen Sie weiter bei 3sat http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/132782./index.html

Evangelikale Christen auf Kreuzzug ... in Deutschland

Immer lauter mischen sich die Evangelikalen in Debatten und Wahlkämpfe ein, bombardieren Politiker mit Briefen und Fragen.

Die Evangelikalen betreiben ein ganzes Netzwerk aus Zeitschriften, Nachrichtenagenturen, Fernsehsendern und Radiostationen, sie beschäftigen eigene Lobbyisten und PR-Kräfte.

Hunderte neue freikirchliche Gemeinden, die dem evangelikalen Spektrum zugerechnet werden, haben sich in den vergangenen Jahren gegründet. Viele von ihnen sind deutlich radikaler als die klassischen Freikirchen, die oft bereits im 19. Jahrhundert entstanden sind. Dazu kommt eine unübersichtliche Zahl von Bibelhauskreisen, missionarischen Zentren, evangelikalen Vereinen und Sozialeinrichtungen.

Seit wenigen Wochen haben die Evangelikalen auch eine staatlich genehmigte Hochschule, die Freie Theologische Hochschule in Gießen. Die Grundlage: die 1978 aufgestellte Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel.

Lesen Sie weiter bei der taz http://www.taz.de/!28493/.

 

Evangelikale Christen – konservative Protestanten, die die Bibel als oberste Autorität betrachten. Ihre Zahl wächst stetig, und sie suchen Einfluss auf die Politik.

Evangelikale betrachten die Bibel als oberste Autorität für Leben und Glauben, als Letztbegründung, die nicht durch die Kritik der liberalen Theologie verwässert werden soll.

Die meisten Evangelikalen sind Kreationisten, sie halten am Wortlaut der Schöpfungslehre fest und leugnen die biologische Evolution.

Die Geringschätzung kirchlicher und philosophischer Traditionen bringt unweigerlich eine gewisse Verarmung des Denkens mit sich. Ernst zu nehmen sind sie dennoch.

Lesen Sie weiter bei DER ZEIT www.zeit.de/2005/22/Evangelikale/.

Mittelalter auch für Juden attraktiv - Jüdischer Fundamentalimus

Mitten im westlichen Hightech-Land Israel betreiben ultraorthodoxe Juden Geschlechtertrennung auf Taliban-Art. Immer häufiger gehen die Frömmler mit Gewalt gegen vorgebliche Sittenverstöße in Jerusalem vor.

... derzeit (wird) um die Zukunft des ganzen Landes gerungen. Es kämpfen die säkularen Kräfte gegen die radikal-religiösen, es geht um jüdische Demokratie versus jüdische Theokratie.

Angefangen hatte es ja schon vor zehn Jahren mit den Bussen, in denen sie die Geschlechtertrennung erzwungen haben - vorn sitzen die Männer, hinten die Frauen.

In Schwimmbädern, in Krankenhäusern, in Supermärkten - überall wird mitten im westlichen Hightech-Land Israel Geschlechtertrennung auf Taliban-Art praktiziert. Die Gerichte mögen das bis hin zum Obersten Gerichtshof immer wieder verbieten, die Politiker mögen mahnen, die Praxis aber beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die Quartiere der Frommen.

... sogar vom fernen Amerika aus (hat sich) die Außenministerin Hillary Clinton schon besorgt geäußert über die wachsende Diskriminierung von Frauen beim engsten aller Verbündeten.

... nun wird die Gefahr für jeden sichtbar, dass die Verfechter der jüdischen Theokratie zur ernsthaften Bedrohung für die Demokratie werden.

Lesen Sie hier http://www.sueddeutsche.de/politik/kulturkampf-in-jerusalem-vandalismus-im-namen-des-herrn-1.1240455 und hier http://blasphemieblog2.wordpress.com/2011/12/25/israelische-polizei-von-religioten-als-nazis-beschimpft und hier http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805990,00.html und http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806567,00.html weiter.

Evangelikale Gewalt gegen Kinder

Das NDR-Fernsehen berichtete am 21.12.2011 um 19:30 Uhr in der Sendung "Hallo Niedersachsen" über die Erziehungsmethoden mancher Evangelikaler.  Einige Prediger empfehlen, Kinder körperlich zu züchtigen. Dabei berufen sie sich auf die Bibelstelle: "Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, züchtigt ihn beizeiten (Spr 13, 24)". Selbstverständlich distanzieren sich die Offiziellen der Evangelikalen von diesen Praktiken und der konkret betroffene Prediger. Trotzdem ahnt man, daß eben doch insgeheim Gewalt gegen Kinder in diesen Kreisen toleriert oder sogar gut geheißen wird.

Bibeltreuer Unsinn

DIE ZEIT und die Sueddeutsche informieren in Artikeln über die Umtriebe der evangelikalen Christen in der Bildungslandschaft. Sie gründen Privatschulen, in denen Evolution und Schöpfung gleichberechtigt gelehrt wird.

»Viele Eltern denken, an diesen Schulen geht es ordentlich zu, dort werden Werte vermittelt. Die Indoktrination übersehen sie dabei oft«, sagt Dittmar Graf, der als Professor für Biologie-Didaktik an der Technischen Universität Dortmund die Entwicklung mit Sorge beobachtet. Gerade in den Naturwissenschaften würde, als alternative Theorie verbrämt, oft ein fundamentalchristliches Weltbild vermittelt. Etwa mit der wissenschaftlich verkleideten Variante der biblischen Schöpfungserzählung, dem Kreationismus.

Lesen Sie weiter bei www.zeit.de/2011/42/C-Schule-Kreationisten/.

Leonie (Name geändert) war noch nie auf einer staatlichen Schule und kennt keine Lehrer, die nicht überzeugte Christen sind. Ob ihre Schule anders ist als andere, kann sie nicht einschätzen. Sie sagt, ihre Lehrer seien nett und hätten immer ein offenes Ohr für sie. Und sie glaubt, dass Gott die Welt geschaffen hat. So wie ihre Lehrer.

Lesen Sie weiter bei http://www.sueddeutsche.de/karriere/naturwissenschaften-an-evangelikalen-schulen-wenn-die-bibel-zum-gesetz-wird-1.1238547.

Frage an unsere bibeltreuen Mitmenschen: "Wie rechtfertigen Sie es, Ihren eigenen Kinder und den Kindern anderer Eltern solch ein schiefes Weltbild zu vermitteln?"

 

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