Wissenschaftlicher Vortrag zum Verbot der Blasphemie

30 März, 2018 - 20:00
Ort: 
Kickers Club-Restaurant
Königsträßle 58
70597 Stuttgart-Degerloch

Update 30.08.2018 14 Uhr:
Da wir keine Genehmigung für die Filmvorführung "Das Leben des Brian" erhalten haben, drohte ein Einschreiten des Ordnungsamtes und der Polizei. Daher müssen wir die Filmvorführung "Das Leben des Brian" leider absagen. Stattdessen veranstalten wir einen wissenschaftlichen Vortrag zum Verbot der Blasphemie.

Er beginnt um 20 Uhr im 

Kickers Club-Restaurant
Königsträßle 58
70597 Stuttgart-Degerloch

Wer vorher die TanzDemo besucht: Ab dem Charlottenplatz mit U5 oder U7 bis zur Waldau und dann noch ein kleiner Fußweg Richtung  Kickers-Restaurant und Trainingsgelände. 
Am Nachmittag planen wir einen Infostand am Schloßplatz von 16 bis 19 Uhr. 
Die TanzDemo ist von 17 bis 20 Uhr geplant. 

Wir würden uns freuen, wenn wir auch für die Filmvorführung einige Gäste begrüßen könnten, trotz des neuen und etwas entfernteren
Veranstaltungsortes. 

Die gbs wird die weiteren rechtlichen Möglichkeiten ausnutzen, um gegen diese einseitige Einschränkung der Weltanschauungsfreiheit vorzugehen. 

Eintritt frei – Spende möglich.

 

Die Stadt Stuttgart hat die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für die Filmvorführung ab­gelehnt. Die Filmvorführung an Karfreitag könnte die Aura (!) eines solchen Tages stören. Karfreitag – stiller christlicher Feiertag –mit Tanzverbot, Veranstaltungsverbot, Trauerzwang? Nicht mit uns! 

Das Feiertagsgesetz von Baden-Württemberg verbietet an stillen Feiertagen wie z. B. Karfreitag, "öffentliche Veranstaltungen soweit sie nicht der Würdigung des Feiertages oder einem höheren Interesse der Kunst, Wis­senschaft oder Volksbildung dienen". Öffentliche Tanzveranstaltungen sind von Gründonnerstag 18 Uhr bis Karsamstag 20 Uhr verboten. Als Protest gegen diese religiöse Bevormundung findet am Karfreitag eine TanzDemo statt und nach einer Einführung über das Leben Jesu bis zur Kreuzigung wird der Film Das Leben des Brian gezeigt.

Die Ausnahmegenehmigung wurde am 20. Februar beantragt. Die Genehmigung für den Einführungsvortrag über das Leben Jesu wurde mit Auflagen erteilt. Die Genehmigung für die Filmvorführung „Das Leben des Brian“ wird abgelehnt. Auch die geplanten Vorfilme "Das Wort zum Karfreitag" oder "Tanz den Karfreitag! Die Heidenspaß-Party 2017" werden nicht erlaubt. Wir haben die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen und das Verwaltungsgericht einzuschalten.

Wir planen weiterhin die angekündigte Veranstaltung durchzuführen (s. hpd: Karfreitags wird der "Brian" gezeigt)

Die Regionalgruppe Stuttgart der Giordano-Bruno-Stiftung protestiert gegen das strenge Feiertagsgesetz von B-W. Es schränkt Menschen im Namen einer christlichen Weltanschauung massiv in der Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein. Wir akzeptieren diese Einschränkung der Grundrechte nicht (s. Stuttgarter Zeitung: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.das-leben-des-bri…, hpd: Stuttgart verbietet Brian-Filmvorführung am Karfreitag).

Der Film "Das Leben des Brian" ist ab 12 Jahren freigegeben, hat aber keine Feiertagsfreigabe für Karfreitag. Die Ausnahmegenehmigung um den Film zu zeigen, wurde am 20. Februar bei der Stadt Stuttgart beantragt – mit der Begründung einen Beitrag zur Volksbildung und Aufklärung zu leisten. In einer Einführung werden wir die Geschichte von Jesus und seiner Kreuzigung historisch einordnen und auf einige historisch belegten Fakten hinweisen, z. B. ist der Kern des Christentums, der angebliche Kreuzestod ein Irrtum – Jesus wurde an einem Pfahl aufgehängt.

Das Leben des Brian ist eine Komödie der britischen Komikergruppe Monty Python aus dem Jahr 1979. Der naive und unauffällige Brian, zur selben Zeit wie Jesus geboren, wird durch Missverständnisse gegen seinen Willen als Messias verehrt. Weil er sich gegen die römischen Besatzer engagiert, findet er schließlich in einer Massenkreuzigung sein Ende.

Die Satire zielt auf den Dogmatismus religiöser und politischer Gruppen. Insbesondere christliche, aber auch jüdische Vereinigungen reagierten mit scharfen Protesten auf die Veröffentlichung. Die folgenden Aufführungsboykotte und -verbote in Ländern wie den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich oder Norwegen fachten die Kontroverse um Meinungsfreiheit und Blasphemie weiter an. Obwohl der Vorwurf der Blasphemie von praktisch allen Seiten entkräftet wurde, ist die Satire nach wie vor bei Christen umstritten und gilt aufgrund ihrer rezeptionsgeschichtlichen Bedeutung als Paradebeispiel für die Reibungspunkte zwischen künstlerischer Meinungsfreiheit und Religionstoleranz. Filmkritiker und die Pythons selbst bezeichnen "Das Leben des Brian" aufgrund seiner kohärenten Geschichte und intellektuellen Substanz als das reifste Werk der Komikergruppe. Zahlreiche Umfragen bestätigen den anhaltenden Erfolg beim Publikum.