Religionszugehörigkeit der Einwohner der Stadt Stuttgart, Stand 31.12.2017

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Religionszugehörigkeit der Einwohner von Stuttgart im Zeitraum von 1986 bis Ende des Jahres 2017. Die Mitgliedschaft in den beiden christlichen „Groß“-Kirchen ist in der Zeit von 76 Prozent auf 47 Prozent der Bevölkerung zurückgegangen. 


Grafik: Werner Koch, Zahlen: Statistisches Amt der Landeshauptstadt Stuttgart

Diese Entwicklung ist unaufhaltsam, da die Kirchenmitglieder sozusagen aussterben. Von den Kindern im Alter von bis zu 6 Jahren sind in Stuttgart noch knapp 25% Mitglied in einer der beiden Kirchen.

Im Gegenzug steigt der Anteil „andere/keine“ Religionszugehörigkeit stetig und beträgt zum Ende letzten Jahres 52,8%. Darin sind „andere“ staatlich erfasste Religionsgemeinschaften mit ca. 2% enthalten, z. B: altkatholisch, freireligiös, israelitisch, …. Ein größerer Anteil ohne erfasste Religionszugehörigkeit entfällt auf Einwohner, die muslimischen Glaubensrichtungen zugeordnet werden; in Stuttgart geht man dabei von ca. 10% aus. Dabei wird unterstellt, dass Menschen aus „muslimischen Herkunftsländern“ Muslime sind. In Wirklichkeit sind nur ca. 20% davon wirklich Mitglied einer Moscheegemeinde. Ein kleiner Anteil mit vielleicht ein Prozent kommt zusammen, wenn man die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche, Buddhisten, Zeugen Jehovas, Hindus, etc. zusammenfasst.

Der Anteil der konfessionsfreien Bürger dürfte damit in Stuttgart bei ca. 40% liegen. Die Nicht-Religiösen tauchen erstmals um 1970 in der deutschen Statistik auf. Heute sind sie die mit Abstand größte Gruppe, weit vor den Katholiken oder den Protestanten.

Der mit Abstand bedeutendste Trend in der weltanschaulichen Landschaft bei uns ist das kontinuierliche Wachstum der Gruppe derjenigen Bürgerinnen und Bürger, die generell religionsdistanziert sind und keiner der religiösen Glaubensrichtungen mehr folgen. Voraussichtlich ab etwa dem Jahr 2040 wird der größte Teil der deutschen Bevölkerung sich keiner der traditionellen Konfessionen mehr verbunden sehen. Die großen etablierten Kirchen werden in den nächsten Jahren weniger als die Hälfte der Deutschen als Mitglieder verzeichnen können, sofern sich der Schwund der letzten Jahrzehnte fortsetzt. Menschen ohne Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft werden voraussichtlich in etwa 20 Jahren die absolute Bevölkerungsmehrheit in der Bundesrepublik stellen.

Von kirchlicher Seite wird gerne darauf hingewiesen, dass ein Konfessionsfreier nicht immer ungläubig ist. Manche sind ja aus Protest ausgetreten oder um Kirchensteuern zu sparen. Dem kann man entgegensetzen, dass viele, die noch Kirchenmitglieder sind, sogenannte „Taufscheinchristen“ sind. Sie bleiben Kirchenmitglieder aus familiären Gründen, aus Bequemlichkeit oder auch weil sie als Beschäftigte in einer kirchlichen Einrichtung Zwangsmitglieder bleiben müssen. Wenn man den tatsächlichen Kirchenbesuch als Maßstab nimmt, stellt man fest, dass nur noch zwischen 3 und 10% der Kirchenmitglieder am Sonntag tatsächlich in eine Kirche gehen.

Wenn man die Religionszugehörigkeit in Stuttgart (2017) mit der Religionszugehörigkeit in Deutschland vergleicht (2016), sind die Unterschiede nicht gravierend.