Runder Tisch der Religionen? - oder runder Tisch der Weltanschauungen!

12.07.2017

Die Stuttgarter Zeitung hatte am 26.5.2017 über die Initiative des Landesministers Lucha (Bündnis 90/Die Grünen) „Runder Tisch der Religionen“ berichtet. Mitglieder der gbs-Stuttgart hatten daraufhin das Ministerium angeschrieben, auf den hohen Anteil konfessionsfreier Menschen im Land hingewiesen und vorgeschlagen den runden Tisch umzubenennen in „Runder Tisch der Weltanschauungen“.

Die zuständige Fachabteilung im Ministerium für Soziales und Integration hat auf das Anschreiben der gbs-Stuttgart geantwortet.

Sehr geehrter Herr Koch,

vielen Dank für Ihre an Herrn Minister Lucha MdL gerichtete E-Mail-Anfrage vom 15. Juni 2017. Als zuständige Fachabteilung sind wir darum gebeten worden, Ihnen zu antworten.

Wir danken Ihnen für Ihre konkreten Anregungen hinsichtlich einer Erweiterung und Umbenennung des Runden Tisches der Religionen auf Landesebene. Der von Herrn Minister Lucha ins Leben gerufene Runde Tisch der Religionen möchte mit seinem im Vergleich zum Runden Tisch Islam des ehemaligen Ministeriums für Integration erweiterten Teilnehmerkreis den Dialog der baden-württembergischen
Landesregierung mit den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften weiter vertiefen und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen.

Bei den mindestens einmal jährlich einberufenen Sitzungen geht es ausdrücklich nicht um theologische Diskurse, da diese nicht Sache des Landes sind und in den theologischen Fakultäten und in interreligiöse Dialogforen behandelt werden. Vielmehr geht es beim Runden Tisch der Religionen um die Erörterung von gesellschaftsund integrationspolitischen Fragestellungen im gesamtgesellschaftlichen Kontext.
Die Anliegen der nicht religiösen Bevölkerung werden dabei selbstverständlich mit einbezogen. Herr Minister Lucha hat aber bereits festgehalten, dass das Gremium auch künftig unter der Überschrift "Runder Tisch der Religionen" tagen soll.

Aus Sicht der Landesregierung ist es unverzichtbar, möglichst alle landesweit organisierten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften auf Augenhöhe anzuhören. Daher wurden zur ersten Sitzung am 24. Mai 2017 nicht ausschließlich Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften eingeladen, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter kommunaler Dialoginitiativen, berührter Ressorts (Staatsministerium, Innenministerium, Justizministerium, Wissenschaftsministerium und Kultusministerium) sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren diverser Stiftungen, der Landeszentrale für politische Bildung und Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Wirtschaft und Wissenschaft.

Selbstverständlich wurde bei der Zusammensetzung des Arbeitsgremiums Runder Tisch der Religionen darauf geachtet, die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in möglichst vielfältiger Weise abzubilden. Eingeladen werden dabei die Vertreterinnen
und Vertreter von Zusammenschlüssen, die landesweit organisiert sind. Auch säkulare und konfessionsfreie Gruppen sind dazu eingeladen ihre berechtigten Interessen beim Runden Tisch miteinzubringen. Als säkularen Vertreter der Zivilgesellschaft hat Herr Minister den Geschäftsführer des Humanistischen Verbands Baden-Württemberg als ständiges Mitglied des Runden Tischs benannt.

Abschließend dürfen wir Ihnen für Ihre Anregungen im Namen von Herrn Minister Lucha nochmals ausdrücklich danken.

Mit freundlichen Grüßen