Verhältnis von Staat und Kirche / Laizismus

Inhalt der Sendung:

Laut unserer Verfassung ist der Staat gegenüber allen Weltanschauungen neutral und garantiert deren freien Wettbewerb. Das gilt auch für Religionen. Anders als Kirchenvertreter meinen, hat der Staat aber keinerlei Verpflichtung, irgendeine Religion zu fördern oder gar zu bevorzugen. Er tut es in vielen Fällen dennoch. Das fängt damit an, dass er für die christlichen Kirchen die Kirchensteuer eintreibt. Das geht weiter mit der Tatsache, dass der Staat die Kirchen mit über 19 Milliarden an allg. Steuergeldern unterstützt. Das heißt, dass auch alle Konfessionslosen und Angehörige nichtchristlicher Konfessionen die Kirche in Deutschland alimentieren. Was mit diesen 19 Mrd. alles finanziert wird, erfahren Sie der Sendung über Kirchenfinanzen. Vor allem wird mit diesem Geld auch der Religionsunterricht finanziert. Dass überhaupt Religionsunterricht als "ordentliches Unterrichtsfach" (GG, Art. 7, Abs. 3 - somit versetzungsrelevant!) gilt, widerspricht dem Gebot der weltanschaulichen Neutralität des Staates.
In TV- und Rundfunkräten haben die Konfessionsvertreter Sitz und Stimme. Das führt dann dazu, dass es seit Jahrzehnten im Fernsehen z.B. das "Wort zum Sonntag" und sonntag vormittags Gottesdienstübertragungen gibt. Es gibt keinerlei "Humanistisches Wort zur Woche".
Schlimm finden wir, dass es in Deutschland ca. 90 private Konfessionsschulen gibt, die auch noch mit allg. Steuermitteln gefördert werden. Besonders skandalos ist dabei, dass im Biologie-Unterricht an etlichen dieser Schulen Kreationsmus statt/neben Evolution gelehrt wird. (Mehr zu den Evangelikalen, die dieses "Intelligent Design" vertreten, in einer weiteren Sendung).

Es gibt noch zahllose weitere Beispiele für eine fragwürdige Zusammenarbeit von Staat und Kirche. Wir wollen Sie darüber detailliert informieren. Wir meinen, dass Glaube reine Privatsache zu sein hat.

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