Ist die gbs religionsfeindlich?

Die Stiftung ist religionskritisch, nicht religionsfeindlich. Wir verstehen die Religionen als kulturelle Schatzkammern der Menschheit, die zweifellos neben überholten Welt- und Moralvorstellungen auch sinnvolle Elemente enthalten, die heute noch Beachtung finden sollten. Allerdings: Um die wertvollen Bestandteile der Religionen von den zeitbedingten Irrtümern und den mit ihnen einhergehenden, oftmals grausamen moralischen Normen trennen zu können, ist eine kritisch-rationale, säkulare Haltung zur Religion erforderlich. Schließlich sind die Religionen ebenso Menschenwerk wie alle anderen Produkte und Institutionen, die unsere Spezies im Verlauf ihrer kulturellen Evolution hervorgebracht hat. Deshalb sollten religiöse Schriften mit dem gleichen kritischen Blick gelesen werden wie etwa die Werke antiker Philosophen, zumal diese den sog. Heiligen Schriften der „Hochreligionen“ in ethischer wie auch in intellektueller Hinsicht in vielen Fällen deutlich überlegen waren.

Das Grundproblem der Religionen ist, dass sie dazu neigen, irrtumsbehaftete menschliche Aussagen als „heilig“ und damit „unantastbar“ auszuweisen, was in der Menschheitsgeschichte enormes Elend erzeugt hat. Auch heute noch stellt die hierauf aufbauende inquisitorische Logik „Du wirst dran glauben – oder du wirst dran glauben!“ eine massive Bedrohung für das friedliche Zusammenleben der Menschen dar. Solange diese Gefahr nicht gebannt ist, zählt Religionskritik zu den unaufkündbaren Aufgaben der Aufklärung.