Ist die gbs im Grunde nicht genauso missionarisch wie die Religionen? Zeigt das Buch „Wo bitte geht’s zu Gott?“ nicht deutlich, dass auch die gbs Kinder indoktrinieren will?

Selbstverständlich hat auch die gbs das Ziel, Menschen zu erreichen. Sie möchte sie davon überzeugen, dass es vernünftig ist, die Werte von Humanismus und Aufklärung in der Gesellschaft zu stärken. Allerdings geht die Stiftung im Unterschied etwa zum Papst nicht davon aus, im Besitz der „allein selig machenden Wahrheit“ zu sein. Vielmehr stellt sie sich konsequent dem „Prinzip der kritischen Prüfung“, das verlangt, fehlerhafte Überzeugungen aufzugeben, sobald bessere Argumente vorliegen.

Das Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ wurde konzipiert als „Gegengift“ zur real stattfindenden religiösen Indoktrination (beispielsweise in katholischen Kindergärten) und sollte etwas weltanschauliche Pluralität in die Kinderzimmer bringen. In zahlreichen Interviews machten die Verfasser dabei unmissverständlich klar, dass sie das Buch sofort vom Markt nehmen würden, sofern dies auch mit den Kinderbibeln geschehen würde, in denen Schauermärchen wie die Geschichte von der Sintflut in allen schrecklichen Details ausgemalt werden. Zu diesem Schritt konnte sich die religiöse Fraktion allerdings nicht durchringen. Und so ist das kleine Ferkel weiterhin unterwegs, um Kindern auf humorvolle Weise die Angst vor göttlicher Bestrafung zu nehmen…