Ist die Giordano Bruno Stiftung eine atheistische Institution?

Das Etikett „atheistisch“ ist aufgrund seines medial zugkräftigen „Schwefelgeruchs“ bei Journalisten zwar äußerst beliebt, jedoch kaum geeignet, die Stiftungsphilosophie korrekt zu beschreiben. Denn die gbs vertritt keine „atheistische“, sondern – wie die meisten führenden Wissenschaftler heute – eine „naturalistische“ Position. Das heißt: Wir gehen davon aus, dass es im Universum „mit rechten Dingen zugeht“, dass weder Götter noch Geister noch Kobolde oder Dämonen in die Naturgesetze eingreifen.

Das wiederum bedeutet: Wenn der Begriff „Gott“ so definiert wird, dass er nicht im Widerspruch zu den Naturgesetzen steht (dies verlangt u.a. einen Verzicht auf Wunder- und Schöpfungsglauben), so kann eine solche Gottesvorstellung durchaus mit dem Naturalismus in Einklang gebracht werden – auch wenn die meisten Naturalisten auf die „unelegante Hypothese Gott“ gut und gerne verzichten können. Übrigens: Dass die gbs schwerlich auf einen eindimensionalen oder gar dogmatischen Atheismus reduziert werden kann, lässt sich bereits aus ihrem Namen ableiten, denn Giordano Bruno war bekanntlich kein Atheist, sondern Pantheist…