Niemals wird man die Einbildungskraft eines Atheisten so sehr vernebeln, dass man ihm glaubhaft macht, Gewalttätigkeiten, Ungerechtigkeiten, Verfolgungen, Morde seien tugendhafte oder rechtmäßige Handlungen.

Plakat: Niemals wird man die Einbildungskraft eines Atheisten so sehr vernebeln, daß man ihm glaubhaft macht, Gewalttätigkeiten, Ungerechtigkeiten, Verfolgungen, Morde seien tugendhafte oder rechtmäßige Handlungen.

Das Zitat im Zusammenhang lautet "Wenn ein Atheist richtig geurteilt und seine Natur zu Rate gezogen hat, so hat er Prinzipien, die zuverlässiger und immer menschlicher sind als die des Abergläubischen, der durch eine finstere oder schwärmerische Religion entweder zur Torheit oder zur Grausamkeit geführt wird. Niemals wird man die Einbildungskraft eines Atheisten so sehr vernebeln, dass man ihm glaubhaft macht, Gewalttätigkeiten, Ungerechtigkeiten, Verfolgungen, Morde seien tugendhafte oder rechtmäßige Handlungen."

Oft wird gefragt, ob nicht gerade der Kommunismus und Nationalsozialismus Beispiele für atheistische Gewaltherrschaftssysteme waren. Nationalsozialismus und Stalinismus waren politische Religionen, die viele strukturellen Ähnlichkeiten mit den traditionellen "Hochreligionen" hatten ([1]). Auch sie verfügten über "unantastbare Propheten", die behaupteten, privilegierten Zugang zur "absoluten Wahrheit" zu haben, "heilige Schriften", die niemals in Frage gestellt werden durften, hierarchisch gegliederte "Priesterschaften", die das jeweilige Evangelium sklavisch verkündeten, "Ketzer", die den Mut aufbrachten, gegen Dogmen zu verstoßen, sowie "Inquisitoren", die jene Ketzer erbarmungslos verfolgten.

Der heutige Atheismus ist der Aufklärung und dem Humanismus verpflichtet und wendet sich gegen Fundamentalismus und kulturellen Relativismus ([2]). Letzterer geht davon aus, dass Menschen anderer Kulturen nicht notwendigerweise unter dem Schutz der Menschenrechte stehen. Auf Menschenrechtsverletzungen darf aber nicht mit postmoderner Beliebigkeit reagiert werden, sondern es sind die grundlegenden Werte der Moderne zu verteidigen.

"Jeder Mensch (darf) glauben, was er will ... Nur sollte dies im 21. Jahrhundert keine Auswirkungen mehr auf die Politik haben. In der öffentlichen politischen Diskussion müssen notwendigerweise weltliche Standards gelten." ([3])

Links:
[1] http://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/default/files/download/2011gbsbroschuere-web.pdf
[2] http://www.giordano-bruno-stiftung.de/staerkung-leitkultur-humanismus-aufklaerung
[3] Michael Schmidt-Salomon: Manifest des Evolutionären
Humanismus - Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur, Aschaffenburg:
Alibri Verlag, 2. Aufl., 2006, ISBN 3-86569-011-4
[4] http://hpd.de/node/393
[5] http://hpd.de/node/9059?page=0,1, Paul Thiry D'Holbach
[6] http://bfg-bayern.de/ethik/Personen/holbach.htm
[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Henri_Thiry_d%E2%80%99Holbach