Was ist Ketzerei? Die Meinung aller, die nicht so denken wie wir.

Plakat: Was ist Ketzerei? Die Meinung aller, die nicht so denken wie wir.

Im Mittelalter kämpfte die römische Inquisition gegen Ketzer und gefährliche Gedanken. Unter Papst Paul IV. wurden in nur vier Jahren Zehntausende Bücher und Dutzende Menschen verbrannt. Beispielsweise wurde Giordano Bruno wegen seines Glaubens auf dem Scheiterhaufen verbrannt und Galilei Galileo wegen seiner Überzeugung verfolgt, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Die Inquisition beanspruchte eine allumfassende Kontrolle der Menschen.
 
Friedrich II., auch Friedrich der Große genannt, lebte im Zeitalter der Aufklärung und wurde von ihr beeinflusst. Friedrich II. gilt als ein Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus. So bezeichnete er sich selbst als "Ersten Diener des Staates".

Für die Aufklärung ist die Vernunft das grundlegende Beurteilungskriterium. Der Naturwissenschaft wird ein hoher Stellenwert bei der Gewinnung von Erkenntnissen eingeräumt. Auf der Grundlage der Menschenrechte fordert sie bürgerliche Rechte, Pressefreiheit und Toleranz in Glaubensfragen. Der Staat soll sich in seinen Entscheidungen am Gemeinwohl orientieren.

Dank der Aufklärung und Menschenrechte werden heute keine Menschen oder Bücher mehr verbrannt, aber nach wie vor bestraft die Kirche Verstöße gegen die Lehre durch den Entzug der Lehrbefugnis oder durch Exkommunikation. Neuerungen und Veränderungen werden oft mit Ketzerei gleichgesetzt.

Dem Missionierungsauftrag ihrer Religion folgend, wird die Öffentlichkeit auch heute noch von den Gläubigen dominiert. Wenn aber Atheisten ihrerseits mit Kritik antworten, wird diese von den Gläubigen oft als Ketzerei empfunden.

Don Addis Cartoon Hab ein wenig Achtung davor
Copyright: Don Addis

Links:
[1] http://www.giordano-bruno-stiftung.de/leitbild/stiftungsname
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_der_Gro%C3%9Fe
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung