Die Religionen sind wie die Leuchtwürmer: Um zu leuchten, bedürfen sie der Dunkelheit.

Plakat: Die Religionen sind wie die Leuchtwürmer: Um zu leuchten, bedürfen sie der Dunkelheit.

Gerade in einer Zeit großer persönlicher Not geben die Religionen dem Menschen Hoffnung. Sie behaupten beispielsweise, Gott hätte das Schicksal eines Menschen bereits im Vorhinein bestimmt, versprechen ein Leben nach dem Tod oder trösten mit der Aussage, vermeintlich ungerecht handelnde Mitmenschen müssten sich im Jenseits vor ihrem Gott verantworten. Somit nehmen die Religionen dem Menschen den Antrieb, seine Umwelt positiv selbst zu gestalten.

Wladimir Iljitsch Lenin formuliert in "Sozialismus und Religion" 1905:
"Wer sein Leben lang schafft und darbt, den lehrt die Religion Demut und Geduld im irdischen Leben und vertröstet ihn auf den himmlischen Lohn. Wer aber von fremder Hände Arbeit lebt, den lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden; sie bietet ihm eine wohlfeile Rechtfertigung für sein Ausbeuterdasein und verkauft zu billigen Preisen Eintrittskarten zur himmlischen Seligkeit. Die Religion ist das Opium für das Volk. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz, ihren Anspruch auf ein auch nur halbwegs menschenwürdiges Dasein ersäufen."

Ausgehend von Kant, Platon und den Schriften der alt-indischen, brahmanischen Religion (Weda)  entwickelte Schopenhauer sein weitgehend idealistisches System ("Die Welt als Wille und Vorstellung"). Er verband damit eine Mitleidsethik und eine pessimistische Lehre von der Erlösung durch Verneinung des Willens zum Leben auf dem Weg der Askese. In seinem Werk "Parerga und Paralipomena" (1851) stellte er seinen Voluntarismus und Pessimismus dar, übte aber auch radikale Religions- und Kirchenkritik. Er beeinflusste stark die spätbürgerliche Philosophie, vor allem Nietzsche und gilt als Vorläufer der Lebensphilosophie.

Links:
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Schopenhauer
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Opium_des_Volkes