Humanismus und Aufklärung statt Fundamentalismus oder Beliebigkeit

Plakat: Humanismus und Aufklärung statt Fundamentalismus oder Beliebigkeit

"Wir leben in einer Zeit der Ungleichzeitigkeit: Während wir technologisch im 21. Jahrhundert stehen, sind unsere Weltbilder mehrheitlich noch von Jahrtausende alten Legenden geprägt. Diese Kombination von höchstem technischen Know-how und naivstem Kinderglauben könnte auf Dauer fatale Konsequenzen für unsere Spezies haben. Wir verhalten uns wie Fünfjährige, denen die Verantwortung über einen Jumbojet übertragen wurde." ([1], [2])

"Angesichts der Gefahren, die aus der Renaissance unaufgeklärten Denkens in einem technologisch hoch entwickelten Zeitalter erwachsen, ist es eine Pflicht der intellektuellen Redlichkeit, Klartext zu sprechen - gerade auch in Bezug auf Religion. Fest steht: Eine Menschheit, die das Atom spalten kann und über Satelliten kommuniziert, muss die dafür erforderliche Reife besitzen. Dass sich bestimmte Personen oder Personengruppen durch das Aufstellen "heiliger" (d. h. unantastbarer) Spielregeln jeglichem kritischen Zugriff entziehen und dadurch eigene Denkfehler als verbindlich in die Zukunft fortschreiben, kann und darf in einer modernen Gesellschaft keine akzeptable Praxis mehr sein..." ([1])

Spätestens bei der Verletzung zentraler europäischer Werte wie den Menschenrechten oder der  Meinungsfreiheit hört die Toleranz auf. Dort sind wir gefordert, unmissverständlich und kraftvoll Stellung zu beziehen. Es geht beispielsweise nicht, dass muslimische Gruppen in westlichen Ländern ein Parallelrecht zugestanden wird, das auf der Scharia beruht, dass deutsche Gerichte mit Rücksicht auf den kulturellen Hintergrund einem Angeklagten Strafmilderung einräumen, dass mit Rücksicht auf muslimische Befindlichkeiten die Mohammed-Karikaturen von Kurt Westergaard nicht veröffentlicht werden oder dass der Schriftsteller Salman Rushdie mit dem Tod bedroht wird. Wir dürfen aus falsch verstandener Multikulti-Toleranz diese Beliebigkeit der Werte nicht hinnehmen. Vielmehr müssen wir die europäischen Werte verteidigen und für eine Leitkultur des Humanismus und der Aufklärung eintreten.

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Copyright: Giordano Bruno Stiftung

"Die Giordano Bruno Stiftung (Stiftung zur Förderung des evolutionären Humanismus) versteht sich als "Think Tank für Humanismus und Aufklärung". Sie sammelt neueste Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um ihre Bedeutung für das humanistische Anliegen eines "friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Menschen im Diesseits" herauszuarbeiten. Ziel der Stiftung ist es, die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär-humanistischen Ethik/Politik zu entwickeln und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen." ([2])

"Ziel der Stiftung ist es, eine tragfähige säkulare Alternative zu den bestehenden Religionen zu entwickeln und ihr gesellschaftlich zum Durchbruch zu verhelfen. Hinter dieser Zielsetzung steht die Einsicht, dass wir die komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mit den religiösen Vorstellungen der Vergangenheit meistern können. Wir benötigen heute ein zeitgemäßes Weltbild, das im Einklang mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen (u.a. der Evolutionsbiologie und der Hirnforschung) steht und das sich in ethischer Hinsicht konsequent an den individuellen Selbstbestimmungsrechten (etwa im Sinne der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte") orientiert." ([3])

Links:
[1] Michael Schmidt-Salomon: Manifest des Evolutionären
Humanismus - Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur, Aschaffenburg:
Alibri Verlag, 2. Aufl., 2006, ISBN 3-86569-011-4
[2] http://hpd.de/node/431
[3] http://www.giordano-bruno-stiftung.de/denkfabrik-fuer-humanismus-aufklaerung