Europäische Werte verteidigen

Teil 1/4 00:44 Henryk M. Broder:
"Wenn wir tolerant sind, ist das vollkommen richtig. Nur auf die Dauer führt diese Toleranz - wenn es kein Geschäft auf Gegenseitigkeit ist -, führt diese Toleranz zum kulturellen Selbstmord.

Teil 1/4 06:06 Henryk M. Broder:
"Ich glaube, dass der Raum für den islamischen Fundamentalismus überhaupt erst dadurch entstanden ist, dass es ein Vakuum gegeben hat auf der anderen Seite und eine Gesellschaft, die sich ihrer Werte überhaupt nicht bewusst ist. .. und deswegen läuft ja die ganze Debatte darum, was sind wir, was wollen wir und worauf kommt es uns an, nicht sind Meinungsfreiheit, Redefreiheit, Kunstfreiheit wichtiger als zum Beispiel der Schutz der religiösen Gefühle. Darf man Menschen beleidigen oder ist es hinzunehmen, dass Menschen sich beleidigt fühlen, wenn ihre religiösen Gefühle angegriffen werden?"

Teil 2/4 05:45: Es reicht Fundamentalisten nicht, unmoralische Bürger mürbe zu machen. Im Idealfall wollen sie selbst die Gesetze ändern und bestimmen auf nationaler und internationaler Ebene.

Teil 2/4 07:35: Inzwischen machen sich viele EU-Abgeordnete Sorgen über diese Entwicklung. Ein Sonderkomitee diskutiert, wie die Trennung von Staat und Kirche verteidigt werden kann. Grundsätzliches muss plötzlich besprochen werden. Was kann man Fundamentalisten entgegensetzen, die behaupten, Religion allein habe die moralischen Werte Europas geprägt?

Teil 3/4 01:35: Diskussionen sollen durch diese Drohungen verhindert werden. Menschen sollen so verängstigt werden, dass sie ihre Meinung nicht mehr frei äußern. Eine Auseinandersetzung über die Hintergründe des Fundamentalismus würde so unmöglich werden.

Teil 3/4 01:58 Abdelwahab Meddeb:
"Die Toleranz und die Achtung der Vielfalt sind zentrale europäische Werte. Doch genau diese Tatsache wird uns oft zum Verhängnis. Nehmen wir einmal an, jemand hat eine Idee, die für Sie allerdings völlig unakzeptabel ist, und diese Idee weder ihrer persönlichen Meinung noch ihren Grundwerten entspricht. Diese Person verweist jedoch gleichzeitig auf das europäische Grundprinzip der Toleranz. Wenn sie nicht damit einverstanden sind, wird er sie beschuldigen, intolerant zu sein. Doch genau darauf darf man sich nicht einlassen. Wir haben Prinzipien in Europa, die hart erworben wurden und nicht einfach so vom Himmel gefallen sind, sondern nach vielen Kämpfen und vielem Blutvergießen erstritten worden sind. Wenn Europa zutiefst an Recht und Frieden glaubt, dann muß es im Namen des Friedens an diesen Prinzipen festhalten."

Teil 3/4 08:40 Homa Arjomand: "Deswegen muss man sie stoppen, sobald man die Symptome und die Zeichen des politischen Islam erkennt. Du darfst seine Ausbreitung niemals erlauben."

Teil 3/4 09:18: Für Fundamentalisten gibt es nur den Weg des unfehlbaren Gottes. Wer nicht folgt, ist gegen die Gläubigen, ist ein schlechter Christ, ein schlechter Muslim, ein Abtrünniger. Was kann man dieser emotionalen Erpressung entgegensetzen?

Teil 3/4 09:43 Sohail Raza: ".. diejenigen, die sich am liebsten heraushalten würden, müssen wir aufklären... Auf die Unentschiedenen müssen wir abzielen. Sie müssen wir in eine Diskussion verwickeln, nicht diejenigen, die sich sowieso nicht mehr reformieren lassen."

Teil 4/4 00:11 Abdelwahab Meddeb:
"Wir dürfen keine Angst vor diesen Leuten haben und wir dürfen uns auch nicht von ihnen einschüchtern lassen. Wir müssen einfach immer weiter machen, sprechen, sprechen und nochmals sprechen, schreiben, schreiben und nochmals schreiben, um damit 'Nein', 'Nein', 'Nein' zu sagen, und zwar um ihnen zu zeigen, dass ein anderer Weg ... möglich ist."